Baby Boom!
Während einige Berichte dies auf die Liberalisierung der Familienplanungs-Politik in China zurückführen, ist es eher das rasch herannahende Jahr des Drachen, das eindeutig den Anstieg in erwarteten Neugeburten beeinflusst.
Laut Bloomberg’s Business Week hätten es viele Familien gern, wenn ihre Kinder 2012 zur Welt kommen. Wegen der gedanklichen Verbindung mit Macht und Reichtum werden in China fünf Prozent mehr Kinder geboren in einem Jahr des Drachen. Die Geburt von etwa 180.000 Babys wird in Shanghai erwartet, die höchste Zahl an Entbindungen in elf Jahren. Laut Kreißsaalstatistiken vor Ort steigt die Fruchtbarkeitsrate seit 2000, doch im verheißungsvollen Jahr des Drachen wird mit einem Spitzenwert gerechnet. „Der Babyboom im Jahr des Drachen ist so gut wie sicher und wird die Nachfrage für Säuglingsprodukte wie Muttermilchersatz, Windeln und Kleidung ankurbeln“, sagte Michele Mak, Analytikerin für den Verbrauchersektor bei BNP Paribas.
Jens Kastner von der Zeitung Asia Times verfolgt die Verbindung zwischen dem Tierkreis und der Fruchtbarkeitsrate in der demografischen Geschichte Taiwans. Historische Grafiken im Statistischen Datenbuch des taiwanesischen Innenministeriums zeugen davon. Die Geburtenraten in Taiwan, die seit den 1950er Jahren aufgezeichnet werden, wurden deutlich durch die zwölf traditionellen chinesischen Tierkreiszeichen beeinflusst. Die Jahre, in denen sich taiwanesische Eltern am häufigsten für eine Geburt entschieden haben, waren die Jahre des Drachens: 1952, 1964, 1976, 1988 und 2000.
Der Glaube besagt, dass im Zeichen des Drachen geborene Kinder ehrlich, einfühlsam und mutig sind, und eher selten Geld leihen oder blumige Reden schwingen. Diejenigen dagegen, die im Jahre des Tigers zur Welt kommen, neigen dazu, Autorität in Frage zu stellen und sind daher wahrscheinlich Menschen, die zu irgendeinem Zeitpunkt im Leben Ärger für sich, ihre Familien oder ihre Arbeitgeber verursachen.
„Die Auswirkung der Jahre des Tigers und des Drachen auf das Fruchtbarkeitsverhalten in Taiwan sowie in vielen anderen chinesischen Gesellschaften in Südostasien ist nicht nur Medien-Hype sondern ein ernstzunehmendes Thema“, sagt Yang Wen-shan, Professor beim Forschungszentrum der Geistes- und Sozialwissenschaften der Academia Sinica in Taipei, in einem Interview mit Asia Times Online. „In der demografischen Geschichte Taiwans sinkt die Fruchtbarkeitsrate während der Jahre des Tigers und steigt in den Jahren des Drachen.“
Was mögen die Folgen sein? Von signifikanten Hochs und Tiefs der Geburtenrate abgesehen – mit Auswirkungen auf alles von den Absatzzahlen für Babyprodukte über Bildung bis hin zum Arbeitsmarkt – gibt es auch einige Anhaltspunkte, dass diese astrologischen Auffassungen bestimmte Ereignisse im Leben beeinflussen.
In der Veröffentlichung „Does Fortune Favour Dragons?“ (http://web.mac.com/noeldjohnson/Site/Research_files/Johnson %26 Nye 2011 JEBO.pdf), eine Untersuchung asiatisch-amerikanischer Kinder von Noel D. Johnson und John V.C. Nye, argumentieren die Autoren wie folgt: Stereotype, die mit Geburten in verschiedenen Jahren in Verbindung gebracht werden, führen zu unterschiedlichen Ergebnissen, einfach, weil die Eltern unterschiedliche Kinder, die in unterschiedlichen Jahren zur Welt kommen, eben nach unterschiedlichen Stereotypen behandeln.
Urteilen Sie doch selbst – hier einige Menschen, die im Jahr des Drachen geboren wurden: Jeanne d’Arc, Sigmund Freud, Cary Grant, Salvador Dalí, Pelé, Andy Warhol, John Lennon und, natürlich … Bruce Lee.


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